#drückmich – Ein cooles Projekt, das Leben rettet

ca. 100.000 Menschen sterben pro Jahr am plötzlichen Herztod – du kannst helfen

Worum geht‘s

Ein cooles Projekt, das Leben rettet

Der Slogan #drückmich steht für ein cooles Projekt, das dazu beiträgt, Leben zu retten.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Engagierte Intensivpflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte der Intensivstation des Bethlehem Gesundheitszentrums haben es sich auf die Fahne geschrieben, Stolberger Schülerinnen und Schüler in Theorie und Praxis in der Laien-Reanimation auszubilden.

Wenn man sich vor Augen hält, dass allein in Deutschland ca. 100000 Menschen pro Jahr am plötzlichen Herztod versterben, erkennt man, wie wichtig ein solches Projekt ist. Mit einer Herzdruckmassage, die leicht zu erlernen ist, verdoppelt bzw. verdreifacht sich die Überlebenschance der Betroffenen.

Aber in Deutschland beherrschen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nur wenige Personen die einfachen Handgriffe, um eine Herzdruckmassage durchzuführen. Deutschland bildet hier sogar das Schlusslicht in Europa.

Unser Ziel ist, jungen Menschen das Rüstzeug mitzugeben, um bei einem Herzstillstand helfen zu können. Zudem hoffen wir, dass diese jungen Menschen ihre Freunde und Angehörigen motivieren, sich ebenfalls mit der Laien-Reanimation zu beschäftigen.

Bei der Premiere des Projektes wurde mit der kompletten Oberstufe des Goethe-Gymnasiums rund 300 Schülerinnen und Schüler ausgebildet. Zukünftig werden im Rahmen des Biologie-Unterrichtes alle Zehntklässler im „Goethe“ in der Laien-Reanimation unterwiesen.

Stolberger Schulen, die Interesse haben, können sich gerne bei uns melden!

So hilfst du

Leben retten

Prüfen

Sprechen Sie die Person direkt an: „Hören Sie mich?“

Schütteln Sie an den Schultern: Keine Reaktion?

Achten Sie auf die Atmung: Keine oder unnormale Atmung (Schnappatmung)?

Rufen (112)

Rufen Sie 112 an oder veranlassen Sie, dass eine andere Person den Notruf absetzt.

Drücken

Machen Sie den Brustkorb frei.
Legen Sie den Ballen Ihrer Hand auf die Mitte der Brust, den Ballen Ihrer anderen Hand darüber.
Verschränken Sie die Finger. Halten Sie die Arme gerade und gehen Sie senkrecht mit den Schultern über den Druckpunkt, so können Sie viel Kraft ausüben.
Drücken Sie das Brustbein 5 – 6 cm nach unten. Drücken Sie 100- bis 120-mal pro Minute. Hören Sie nicht auf, bis Hilfe eintrifft!
Geschulte Helfer sollen die Mund-zu-Mund-Beatmungen im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen durchführen.

FAQ

Fragen und Antworten

Was passiert, wenn das Herz nicht mehr schlägt?

Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen, zu jeder Zeit. Der Betroffene wird sofort bewusstlos und atmet nicht mehr normal oder gar nicht.

Wenn nach einem Herzstillstand nicht innerhalb von 5 Minuten einfache Maßnahmen – vor allem die Herzdruckmassage – durchgeführt werden, dann ist ein Überleben unwahrscheinlich. Bereits nach 3 Minuten ist das Gehirn irreparabel geschädigt.

Der Rettungsdienst schafft es jedoch fast nie, innerhalb von 5 Minuten nach dem Herzstillstand beim Patienten zu sein. Darum ist es so wichtig, sofort mit der Herzdruckmassage zu beginnen, um bis zum Eintreffen des Notarztes die Sauerstoffversorgung im Körper in Gang zu halten.

Was bewegt die Wiederbelebung?

Mit einfachsten Wiederbelebungsmaßnahmen (Herzdruckmassage: 100 x pro Minute) durch Anwesende wird die Überlebenswahrscheinlichkeit verdreifacht!

Nur Sie können jetzt Leben retten!

Auf 100.000 Einwohner kommen jedes Jahr rund 50 bis 80 Fälle eines Herzstillstands. Das sind rund 40.000 bis 64.000 Menschen pro Jahr. Etwa 10 bis 20 Prozent der Patienten können wieder aus der Klinik entlassen werden. Einen entscheidenden Vorteil stellt hierbei das optimale Ineinandergreifen der gesamten Rettungskette dar. Die sogenannte Laienreanimation durch nicht professionelle Helfer, stellt dabei das erste Glied dieser Rettungskette dar. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass durch eine optimale Laienreanimation die Überlebensrate bei Reanimationen verdoppelt bis verdreifacht werden kann. Damit könnten mehr Menschen in Deutschland zusätzlich überleben, als wir in Deutschland Verkehrstote im Jahr verzeichnen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mindestens einmal in Ihrem Leben in die Situation kommen, die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Menschen durch diese einfachen Maßnahmen zu vervielfachen, ist sehr hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie dann diesen Menschen gut kennen auch … es könnten Ihre Eltern sein, Ihr Lebenspartner, Ihr Kind, ein Freund oder Verwandter.

Wie funktioniert die Herzdruckmassage?

Bei einer Herzdruckmassage drücken Sie fest auf den Brustkorb (zwischen den Brustwarzen). Damit setzen Sie die lebenswichtige Blutzirkulation in Gang. Denn steht das Herz still, findet auch kein Blutkreislauf statt. Zur Aktivierung müssen Sie das Brustbein 5 bis 6 Zentimeter nach unten drücken, 2 mal pro Sekunde (100 bis 120 mal pro Minute).

Auch wenn eine Person nicht mehr atmet, befindet sich dennoch Sauerstoff im Blut. Durch stetiges Herunterdrücken des Brustbeins (100 bis 120 mal pro Minute) zirkuliert das Blut wieder im Körper und versorgt das Gehirn und andere Zellen mit dem lebenswichtigen Sauerstoff. Mit der sofortigen Herzdruckmassage wird so wertvolle Zeit gewonnen, bis medizinische Helfer eintreffen und professionelle Maßnahmen ergreifen.

Was ist bei der Herzdruckmassage zu beachten?

Wenn Sie sehen, dass eine Person regungslos zusammenbricht, sind drei Schritte wichtig:

  • Prüfen: Ist die Person bewusstlos, atmet sie nicht oder nicht normal?
  • Rufen: Rufen Sie 112 an oder veranlassen Sie eine andere Person zum Notruf.
  • Drücken: Beginnen Sie mit der Herzdruckmassage: fest und schnell in der Mitte der Brust. Hören Sie nicht auf, bis Hilfe eintrifft.

Drücken Sie so lange, bis medizinische Helfer eintreffen und übernehmen. Denn hören Sie auf zu drücken, stoppt auch die Blutzirkulation und die Zellen werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt: Die permanente Versorgung mit Sauerstoff verhindert das Absterben von Zellen.

Wer kann eine Herzdruckmassage durchführen?

Jeder! Sie können nichts falsch machen.

Verursacht eine Herzdruckmassage Schmerzen?

Eine bewusstlose Person hat kein Schmerzempfinden. Einige Patienten berichten über Schmerzen in der Brust, nachdem sie das Bewusstsein wiedererlangt haben. Allerdings ist das ein ziemlich geringer Preis für das Leben, das ihnen gerettet wurde.

Ist eine Mund-zu-Mund-Beatmung notwendig?

Wenn Sie in Mund-zu-Mund-Beatmung ausgebildet sind, wenden Sie dieses Verfahren zusätzlich zur Herzdruckmassage im Verhältnis 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen an. Sollten Sie die Mund-zu-Mund-Beatmung nicht beherrschen oder diese nicht durchführbar sein, macht das nichts. Konzentrieren Sie sich auf die Herzdruckmassage. Damit ist schon viel gewonnen!

Ist es notwendig, den Brustkorb frei zu machen?

Einer fremden Person den Brustkorb freizumachen, kann unter Umständen unangenehme Gefühle hervorrufen. Bedenken Sie: Es geht um Leben oder Tod. Entscheidend ist letztlich, dass Sie genau an der richtigen Stelle die Herzdruckmassage durchführen. Eine freie Sicht hilft dabei.

Was ist ein AED?

Ein AED (automatisierter externer Defibrillator) kann Leben retten, denn er gibt bei Bedarf einen lebensrettenden Elektroschock ab, um das Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Die Handhabung ist kinderleicht, zumal das Gerät den Helfer komplett anleitet. Mittlerweile findet man diese Geräte an vielen öffentlichen Orten wie etwa in Rathäusern, Supermärkten, Freizeitparks etc. In der Regel ist der AED wie ein Feuerlöscher an der Wand befestigt.

Ich habe Angst, etwas falsch zu machen.

Sie können nichts falsch machen!

Sie können und dürfen eine Herzdruckmassage durchführen und einen AED anwenden – auch wenn Sie dies nie oder lange nicht mehr geübt haben. Ihr Mut zur Initiative kann lebensentscheidend sein.

Kontakt

Sie haben weitere Fragen? Kontaktieren Sie uns!

Sie sind Lehrerin/Lehrer oder leiten eine Firma oder stehen einem Verein vor und möchten, dass Ihre Schülerinnen/Schüler oder Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter oder Vereinsmitglieder in der Wiederbelebung unterwiesen werden?
Füllen Sie einfach das Kontaktformular aus oder schreiben uns unter:

#drückmich – Leben retten
Steinfeldstr. 5
52222 Stolberg
kevin.dressen@bethlehem.de
www.bethlehem.de